StartRom SehenswürdigkeitenFontana del Moro in Rom – Einzigartige Brunnenkunst zwischen Renaissance und Barock

Fontana del Moro in Rom – Einzigartige Brunnenkunst zwischen Renaissance und Barock

Die Fontana del Moro auf der Piazza Navona wirkt auf den ersten Blick kleiner und leiser als der große Vierströmebrunnen – doch sie hat einen erstaunlich wilden Kern.

Im südlichen Becken ringt eine muskulöse Figur – traditionell als „Moro“ bezeichnet – mit einem Delfin, Wasser spritzt, Trompeten der Tritonen setzen das barocke Konzert fort.

Giacomo della Porta schuf das ursprüngliche Becken 1575; später gab Papst Innozenz X. Gian Lorenzo Bernini den Auftrag, den Brunnen 1653–1654 mit neuen Figuren zu inszenieren.

Heute gehört der Mohrenbrunnen fest zum barocken Dreiklang der Piazza – nicht der größte, aber vielleicht der lebendigste.

Kurzüberblick: Das Wichtigste in Kürze

→ Typ: Barocker Stadtbrunnen
→ Erbauer: Giacomo della Porta (1575); Überarbeitung durch Gian Lorenzo Bernini (1653–1654) im Auftrag von Papst Innozenz X.
→ Stil & Epoche: Renaissance-Becken mit barocken Skulpturen – typische römische Brunnenkunst des 17. Jahrhunderts
→ Hauptmotiv: „Moro“ (Meeresdämon) im Kampf mit einem Delfin, umgeben von vier Tritonen und Meeresornamenten
→ Materialien: Travertinbecken mit Marmorfiguren – gespeist von der antiken Wasserleitung Aqua Virgo
→ Lage: Südseite der Piazza Navona
→ Eintritt: Kostenlos – der Brunnen ist rund um die Uhr frei zugänglich
→ Beste Besuchszeit: Frühmorgens oder abends zur goldenen Stunde – weniger Menschen, weicheres Licht
→ Besonderheiten: Teil des barocken Dreiklangs mit Vierströmebrunnen und Neptunbrunnen; beliebtes Fotomotiv
→ Geführte Touren & Rundgänge: ➤ Tiqets – Piazza Navona, Pantheon & Trevi-Brunnen Tour | ➤ GetYourGuide – Piazza Navona & Unterirdische Führung

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Warum die Fontana del Moro so besonders ist

Im Gegensatz zu vielen römischen Brunnen, die Götter oder abstrakte Allegorien zeigen, erzählt die Fontana del Moro eine kleine, fast theatralische Szene: Ein Mann – kraftvoll, entschlossen, fast schelmisch – ringt mit einem Delfin, während um ihn herum Tritonen das Wasser zum Tanzen bringen.

Genau diese Mischung aus Dynamik, Humor und barocker Fantasie macht den Brunnen so besonders.

Viele Besucher sagen, er wirke „lebendig“ – als hätte Bernini hier einen Funken der römischen Seele eingefangen.

Fontana del Moro bei Tageslicht auf der Piazza
Die Fontana del Moro am südlichen Ende der Piazza Navona.

Der „Moro“ und der Delfin – eine einzigartige römische Szene

Die zentrale Figur? Als hätte jemand eine Szene gestoppt – mitten im Chaos: Ein muskulöser „Moro“ steht auf einer großen Muschel und hält den schlagenden Schwanz eines Delfins fest.

Der Körper spannt sich, der Blick ist entschlossen, Wasser spritzt aus der geöffneten Schnauze des Tiers – eine Szene, die fast zu laut wirkt – als würde gleich jemand losbrüllen.

In Rom gibt es kein zweites Brunnenmotiv dieser Art. Es ist weder klassische Mythologie noch ein typisches Allegorienprogramm, sondern eine freie Erfindung der Barockzeit.

Manche sahen in der Figur einen Triton, andere einen verkappten Neptun – doch die deutliche afrikanische Physiognomie führte dazu, dass die Römer ihn einfach den „Moro“ nannten.

Genau diese Mischung aus Exotik, Humor und dramatischer Spannung macht den Mohrenbrunnen in Rom so unverwechselbar.

Berninis Eingriffe – Wie der Meister den Brunnen neu erfand

Was heute selbstverständlich wirkt, ist in Wahrheit ein radikischer Umbau: Als Papst Innozenz X. die Piazza Navona erneuern ließ, erhielt Bernini den Auftrag, den alten Renaissancebrunnen zu überarbeiten.

  • Der Künstler entfernte die schweren Stufen und das Geländer, senkte das Becken auf Straßenniveau und öffnete den Raum.
  • Dann schuf er einen neuen Mittelpunkt – den „Moro“ im Kampf mit dem Delfin.
  • Die ursprüngliche Idee Berninis, eine von Fischen getragene Muschel („della lumaca“), wurde verworfen. Stattdessen entstand eine dynamische Figurengruppe, die dem Brunnen seine heutige Wirkung verleiht – kraftvoll, fast verspielt.

Mit diesen Eingriffen verwandelte Bernini das Werk in eine selbstbewusste barocke Szenerie, die typisch für seinen Stil ist: Bewegung, Emotion, Wasser als Bühne.

Vielleicht hat Bernini genau das beabsichtigt. Vielleicht auch nicht. Aber wegdenken lässt sich die Figur nicht mehr.

Tritonen und Meereswelt – Barocke Energie am Südrand der Piazza Navona

Um die zentrale Gruppe herum sitzen vier jugendliche Tritonen – Mischwesen aus Mensch und Fisch –, die in große Muschelhörner blasen.

Aus ihren Hörnern schießen kräftige Wasserstrahlen, die im Sonnenlicht glitzern und das Rauschen auf der Südseite der Piazza Navona noch verstärken.

Diese Figuren stammen aus der ursprünglichen Ausstattung der Renaissance, wurden aber von Bernini neu arrangiert und stärker in das Ensemble integriert.

Die Schwänze winden sich, die Gesichter lachen, die Hörner spritzen. Keine Statue – ein Auftritt.

Zusammen mit dem „Moro“ bilden sie eine maritime Bühne, die typisch ist für die barocke Bildsprache Roms.

Fontana del Moro als Fotomotiv – Perspektiven, Licht & Social Media

Die Fontana del Moro ist kleiner als die beiden anderen Brunnen der Piazza Navona – aber fotogener, als viele vermuten.

Besonders beliebt ist der Blick von Süden nach Norden: vorne der kämpfende „Moro“, dahinter der Vierströmebrunnen und die Fassade von Sant’Agnese. Wer sich am Beckenrand etwas niedriger positioniert, bekommt die zentrale Figur vor dem Himmel oder dem Palazzo Pamphilj – ein klassischer Social-Media-Winkel.

Morgens? Klare Linien, kaum Leute. Abends? Gold auf Stein. Magisch – aber voller Kameras.

Für Instagram eignet sich ein Close-up des Delfins oder der sprühenden Muschel – kleine Motive, die unter dem Hashtag #fontanadelmoro oft viral gehen.

Fontana del Moro am Abend beleuchtet
Die Fontana del Moro in der warmen Beleuchtung der frühen Abendstunden.

Besuch der Fontana del Moro – Tipps und praktische Infos

Lage und Anreise

  • Adresse: Piazza Navona, 00186 Rom
  • Lage: Die Fontana del Moro steht am südlichen Ende der Piazza Navona
  • Nächste Metro: Spagna oder Barberini (Linie A), jeweils ca. 15–20 Minuten zu Fuß
  • Buslinien (Corso Vittorio Emanuele II): 30, 70, 81, 87 (Haltestellen z.B. Chiesa Nuova oder Rinascimento)

Von Pantheon oder Campo de’ Fiori bist du in 5–7 Minuten zu Fuß an der Fontana del Moro – perfekt als Zwischenstopp auf deinem Rundgang durch die Altstadt.

Hinweis: Piazza Navona ist Fußgängerzone. Taxi und Auto bringen dich nur bis zu den umliegenden Straßen, den Rest gehst du über Kopfsteinpflaster – also lieber bequeme Schuhe anziehen.

Eintritt und Zugang

  • Zugang: frei, keine Tickets
  • Öffnung: rund um die Uhr
  • Barrierefreiheit: ebener Zugang, rollstuhlgerecht
  • Empfohlene Besuchsdauer: 15–25 Minuten

Beste Zeit für Fotos

  • Vormittag (ca. 8:00–10:00 Uhr): Noch relativ ruhig, weiches Licht, weniger Menschen. Ideal für Detailaufnahmen von Moro, Delfin und Tritonen ohne Gedränge.
  • Später Nachmittag & „Goldene Stunde“: Kurz vor Sonnenuntergang bekommt der Marmor einen warmen Schimmer, die Fassaden rundherum leuchten – perfekte Kulisse für stimmungsvolle Bilder.
  • Zwischendurch: Mittags ist das Licht härter und es ist voller, aber Nahaufnahmen mit spritzendem Wasser funktionieren dann besonders gut.

Tipp: Stell dich hinter den Brunnen und fotografiere in Richtung Platzmitte – so bekommst du Fontana del Moro im Vordergrund und den Vierströmebrunnen samt Sant’Agnese im Hintergrund ins Bild.

Fontana del Moro bei Nacht

Abends zeigt die Fontana del Moro eine ganz andere Seite: Die Figuren werden von unten angestrahlt, das Wasser glitzert im Licht, und die Piazza wird nach und nach ruhiger.

  • Stimmung: romantisch, leicht geheimnisvoll, oft mit Straßenmusik im Hintergrund.
  • Sicherheit: Die Piazza Navona ist abends gut besucht und beleuchtet, Polizei ist meist in der Nähe – ein angenehmer Ort für einen späten Spaziergang.

Fototipp: Für Nachtaufnahmen lohnt sich ein kleines Stativ oder eine feste Ablage – so gelingen dir Langzeitbelichtungen mit seidigem Wasser und klaren Konturen der Skulpturen.

Führungen und Touren

Wenn du die Fontana del Moro nicht nur sehen, sondern verstehen möchtest – zusammen mit dem Vierströmebrunnen, der Kirche Sant’Agnese und den Geschichten unter der Piazza –, lohnt sich eine Führung.

Zwei gute Optionen:

➤ Geführter Rundgang „Piazza Navona, Pantheon & Trevi-Brunnen“ (Tiqets). Klassische Barock-Tour mit Piazza Navona, Pantheon, Trevi-Brunnen und Spanischer Treppe – ideal, um Kunst, Geschichte und Anekdoten in einem Rundgang mitzunehmen.

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➤ Piazza Navona & Untergrund – Stadio di Domiziano (GetYourGuide). Für alle, die unter die Oberfläche schauen wollen: Führung über die Piazza und hinunter zu den Ruinen des antiken Stadions unter Navona.

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📍 Standort auf der Karte: Fontana del Moro. Die Karte wird automatisch geladen. ➤ Falls nicht sichtbar: bitte aufs Bild tippen oder klicken.

Fontana del Moro Karte

Geschichte der Fontana del Moro

Die Geschichte der Fontana del Moro reicht von einem nüchternen Renaissancebrunnen von della Porta über ein barockes Wasserspektakel bis hin zu sorgfältig restaurierten Kopien.

Wichtig sind drei Etappen: der Bau um 1575, Berninis Eingriffe 1653–1655 und die großen Restaurierungen seit dem 19. Jahrhundert.

Die erste Anlage von Giacomo della Porta (1575)

In den Jahren 1573–1575 ließ Papst Gregor XIII. den Aquädukt Acqua Vergine erneuern und beauftragte Giacomo della Porta mit neuen Brunnen auf der Piazza Navona.

Am Südrand entstand ein erhöhtes Becken aus Travertin und Portasanta-Marmor, mit Stufen und Balustrade.

In der Mitte stand zunächst nur ein Felsblock als Wasserauslass, den eigentlichen Schmuck bildeten vier Tritonen und reich verzierte Maskaronen mit Drachenmotiven – ein direkter Verweis auf den Drachen im Wappen Gregors XIII.

Der Brunnen diente als öffentliche Wasserquelle und wurde damals schlicht als südlicher Brunnen der Piazza Navona beschrieben.

Berninis Überarbeitung 1653–1654 – neue Figuren, neuer Ausdruck

Unter Papst Innozenz X. Pamphilj (Pontifikat 1644–1655) wurde die Piazza Navona zum barocken Schauplatz.

Nach der Einweihung des Vierströmebrunnens im Jahr 1651 erhielt Bernini zwischen 1653 und 1654 den Auftrag zur Überarbeitung der Fontana del Moro.

Er entfernte die Balustrade, senkte das Becken auf Straßenniveau und ergänzte eine zweite, äußere Schale.

Sein erster Entwurf mit einer einfachen Muschel („della lumaca“) wurde verworfen, zu zurückhaltend für die neue Pracht. Daraufhin entwarf er die Figur eines Meeresdämonen, der einen Delfin bezwingt.

Der Bildhauer Giovanni Antonio Mari meißelte die Statue nach Berninis Modell in Marmor; 1654 wurde sie eingesetzt, 1655 war die Umgestaltung abgeschlossen – aus einem funktionalen Brunnen wurde ein barockes Bühnenszenario.

Der Name „Moro“ – Herkunft, Symbolik und Kontroversen

Mit der neuen Zentralfigur setzte sich im späten 17. Jahrhundert der Name „Fontana del Moro“ durch.

Wer sich fragt, warum der Mohrenbrunnen so heißt, erkennt es an der Figur: dunkle Haut, lockiges Haar, markante Züge – für Römer jener Zeit ein typischer „Moro“, ein exotischer Fremder aus Afrika.

In Werkstattnotizen erscheint die Gestalt eher als Triton oder junger Neptun, eindeutig festgelegt wurde sie nie.

Heute wirkt der Begriff „Mohr“ veraltet, daher sprechen manche lieber vom Triton oder vom südlichen Brunnen. Offiziell bleibt der historische Name Fontana del Moro bestehen – als Spiegel der barocken Wahrnehmung von „dem Anderen“.

Restaurierungen und Kopien – der gestohlene Moro und seine Repliken

1874 entschied die Stadt Rom, die verwitterten Originalskulpturen zu schützen.

Der „Moro“, die Tritonen und Maskaronen wurden abgenommen und in die Gärten der Villa Borghese bei der Piazza di Siena gebracht; an ihrer Stelle montierte Luigi Amici präzise Kopien.

Seitdem sehen Sie an der Piazza Navona eine meisterhafte Kopie der Fontana del Moro, während die Originale im Park stehen.

Ein Vandalenangriff 2011, bei dem ein Maskaron beschädigt wurde, traf glücklicherweise nur die Kopie und konnte im Rahmen einer weiteren Restaurierung in Rom rasch behoben werden.

In den Jahren 2019/2020 wurden Marmor und Wassertechnik erneut gereinigt und kontrolliert – damit der Brunnen auch künftig fast so wirkt, wie Bernini ihn Mitte des 17. Jahrhunderts gedacht hat.

Fontana del Moro mit Tritonen am Tag
Die Fontana del Moro auf der Piazza Navona mit ihren vier Tritonen.

Architektur und Skulpturen der Fontana del Moro

Auf den ersten Blick wirkt die Fontana del Moro wie ein kleiner, verspielter Brunnen am Südrand der Piazza Navona.

Wenn Sie näher herangehen, merken Sie schnell: Hier steckt ein ausgefeiltes Stück römischer Brunnenkunst – Travertin, Marmor, barocke Linien und ein ungewöhnliches Figurenprogramm, das Wasser und Stein miteinander verzahnt.

Aufbau des Beckens – Travertin und barocke Form

Das Becken ist ein typischer Vertreter der barocken Brunnen in Rom, gebaut aus hellem Travertin – dem Stein, der halbe Stadtplätze trägt.

Die Grundform erinnert an einen vierblättrigen Kelch: weich geschwungene Ränder, die sich in vier Ausbuchtungen nach außen wölben, dazwischen dezente Einzüge.

Der innere, ältere Teil geht noch auf den della Porta Brunnen von 1575 zurück; später legte Bernini eine zweite, äußere Schale darum.

So entstand ein doppelter Rand, der heute die typische römische Travertin-Optik prägt: innen Renaissance, außen Barock.

Unter der Wasseroberfläche erkennt man Stufen und leichte Abstufungen – das Wasser läuft erst über einen höheren inneren Ring, dann leise in die tiefere Zone ab.

Früher konnte man die Abflüsse schließen, sodass sich das Becken füllte und bei den berühmten „Lago di Navona“-Spektakeln die Piazza teilweise überflutet wurde.

Noch heute sammelt das Becken zuverlässig Tausende Liter Wasser, wirkt dabei aber erstaunlich leicht – die barocken Voluten, Muscheln und Maskaronen lassen den Travertin fast fließend erscheinen.

Mascaron der Fontana del Moro mit Drachenköpfen
Dekoratives Maskaron mit flankierenden Drachenköpfen am Beckenrand. Quelle: Wikimedia Commons · Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Die Hauptfigur – Der „Moro“ im Kampf mit dem Delfin

Im Zentrum steht die Figur, die dem Brunnen seinen Namen gab: ein kraftvoller „Moro“, der mit einem Delfin ringt.

Aus weißem Carrara-Marmor gearbeitet, wirkt er wie ein Athlet, der im nächsten Moment losstürzen könnte – genau diese Spannung macht die Figurengruppe aus Moro und Delfin so einprägsam.

Der Mann steht auf einer Muschelschale, ein Bein fest verankert, das andere leicht angehoben, als würde er das Gleichgewicht suchen:

  • Die Muskulatur ist stark modelliert, der Oberkörper gedreht, der Kopf zur Seite gewendet, der Mund geöffnet – irgendwo zwischen Kampfruf und angestrengtem Atem.
  • Lockiges Haar fällt in Strähnen ins Gesicht, eine leichte Draperie um die Hüften flattert in gedachten Windböen.

Der Delfin windet sich unter ihm: Der „Moro“ packt den hochgeschwungenen Schwanz, während der Kopf des Tieres unten am Beckenrand auftaucht. Aus der geöffneten Schnauze schießt eine Wasserfontäne nach oben, trifft auf Muschel und Beine, zersplittert in Tropfen und fällt zurück ins Becken.

Stein und Wasser bilden eine einzige Spirale – eine barocke S-Kurve, die Sie beim Umrunden immer wieder anders wahrnehmen: mal betonen die Konturen den Menschen, mal den Fisch.

Moorfigur der Fontana del Moro mit Delfin
Detailansicht der Hauptfigur, die einen Delfin bezwingt. Quelle: Wikimedia Commons · Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Die vier Tritonen – Wasserakrobatik in Stein

Um die zentrale Gruppe verteilen sich vier Tritonen – junge Meereswesen mit menschlichem Oberkörper und Fischschwanz:

  • Sie sitzen am Rand des Beckens, den Rücken leicht zum „Moro“ gedreht, den Blick nach außen, als würden sie mit der Piazza spielen.
  • In den Händen halten sie große Muscheln, in die sie blasen – und aus diesen Muscheln schießen gebogene Wasserstrahlen in das Becken.

So entsteht ein kleiner Wasserchor: die zentrale Fontäne des Delfins in der Mitte, rundherum die vier „Stimmen“ der Tritonen.

Die Figuren sind nicht streng symmetrisch, sondern variieren in Haltung und Ausdruck:

  • Einer lehnt sich weit zurück, ein anderer beugt sich nach vorn.
  • Gesichter wechseln zwischen konzentriert, verschmitzt und beinahe verspielt.
  • Die Fischschwänze winden sich in eleganten Spiralen über den Beckenrand, Flossen liegen wie nasse Tücher auf dem Travertin.

Ohne die Tritonen der Fontana del Moro wäre der Brunnen nur halb so lebendig. Sie sind es, die die Szene in ein kleines „Aqua-Spektakel“ verwandeln – Kinder können ihnen minutenlang zusehen, Erwachsene entdecken in den Details immer neue Gesten und Linien.

Triton der Fontana del Moro
Einer der vier Tritonen, die Wasser aus Muscheln sprudeln lassen. Quelle: Wikimedia Commons · Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Wassertechnik und Aqua Vergine – römische Hydraulik

Die Fontana del Moro wird – wie auch der Trevi-Brunnen oder die Barcaccia – vom antiken Aqua Vergine gespeist, einem Aquädukt, das seit 19 v. Chr. frisches Wasser ins Zentrum Roms bringt.

Unter der Schale sammelt sich das Wasser in einer kleinen Kammer, von der aus Leitungen die Figuren versorgen: die Schnauze des Delfins, die Muscheln der Tritonen, die kleineren Maskarone am Rand.

Unterschiedliche Höhen und Rohrstärken erzeugen genau die Wirkung, die Bernini wollte – eine kräftige Hauptfontäne und ruhigere Seitenströme.

Heute läuft ein Teil des Wassers im Kreislauf über moderne Pumpen, doch das Prinzip bleibt dasselbe: Gefälle, Schwerkraft, klug verlegte Rohre.

Fällt das Rauschen einmal aus – etwa bei einer Reinigung –, merkt man, wie sehr dieser Brunnen zum „Puls“ der Piazza gehört.

Die Rolle des Brunnens im Dreiklang der Piazza Navona

Die Fontana del Moro markiert den südlichen Pol des berühmten Brunnen-Dreiklangs der Piazza Navona.

Im Norden steht der ➤ Neptunbrunnen, im Zentrum dominiert Berninis ➤ Vierströmebrunnen – und der Mohrenbrunnen setzt den lebhaften, spielerischen Akzent am Ende der Achse.

Gemeinsam erzählen die drei Brunnen die Geschichte des barocken Rom.

Jeder trägt eigene Symbole, doch erst im Zusammenspiel entsteht das charakteristische Bild der Piazza Navona.

🎥 Die spektakuläre Piazza Navona in Rom: Vierströmebrunnen, Neptunbrunnen und Fontana del Moro.

▶

Kanal: „Oliv(i)er Rodriguez Tv“. Beim Abspielen werden Daten an YouTube übertragen.

FAQ

Wann wurde die Fontana del Moro erbaut?

Das ursprüngliche Becken wurde 1575 unter Papst Gregor XIII. errichtet. Die heutige Skulpturengruppe mit dem „Moro“ und dem Delfin kam 1654 hinzu – fast 80 Jahre nach dem ersten Bau.

Wer hat die Fontana del Moro geschaffen?

Das Becken mit Tritonen und Maskaronen wurde 1575 von Giacomo della Porta gebaut. Die zentrale Figur des „Moro“ wurde 1654 nach einem Entwurf von Bernini von Giovanni Antonio Mari ausgeführt.

Ist der Mohrenbrunnen frei zugänglich?

Ja. Die Fontana del Moro ist rund um die Uhr frei zugänglich, da sie sich auf der öffentlichen Piazza Navona befindet.

Hinweis zur redaktionellen Verantwortung: Dieser Artikel wurde auf Basis journalistischer Recherchen von L. Neudorf in Zusammenarbeit mit der Redaktion von Rom2Go erstellt. Alle Informationen wurden sorgfältig geprüft, um Ihnen eine verlässliche und hilfreiche Grundlage für Ihren Besuch in Rom zu bieten.

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Hinter den Artikeln auf Rom2Go steht Lukas Neudorf – Reisejournalist und Rom-Experte mit langjähriger Erfahrung.

Er hat die Ewige Stadt unzählige Male bereist und teilt auf Rom2Go authentische Tipps, fundiertes Wissen und echte Insider-Einblicke.

Ob beeindruckende Monumente wie das Forum Romanum oder charmante Gassen in Trastevere – Lukas kennt Rom wie kaum ein anderer.

Alle Inhalte stammen direkt von Lukas – mit Herz, Verstand und echter Leidenschaft für Rom.

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