Die Vatikanische Nekropole ist ein antikes römisches Gräberfeld tief unter dem Petersdom. Sie liegt unterhalb der Vatikanischen Grotten und ist – anders als diese – nur im Rahmen einer vorab bestätigten Führung durch die Ausgrabungszone zugänglich.
Diese besondere Besichtigung wird meist als Scavi-Tour oder Scavi-Führung bezeichnet. Die Gruppen sind klein, die Zahl der täglichen Besucher ist begrenzt.
Wichtig für die Planung: Eine abgeschickte Anfrage bedeutet noch nicht, dass Ihr gewünschter Termin tatsächlich bestätigt wurde.
Vatikanische Nekropole kurz erklärt
- Zugang: nur mit vorab bestätigter Führung
- Mindestalter: 10 Jahre
- Gruppengröße: maximal 12 Personen
- Dauer: etwa 1 Stunde
- Führungen: unter anderem auf Deutsch
- Preis: 20 €, ermäßigt 14 € für 10- bis 17-Jährige
- Fotografieren: nicht erlaubt
- Barrierefreiheit: regulärer Rundgang nicht barrierefrei
- Reservierung: zwingend erforderlich
Stand der praktischen Angaben: September 2026. Preise, verfügbare Termine und einzelne Besuchsregeln können sich ändern.
Nicht zu verwechseln:
- Die ➤ Vatikanischen Grotten liegen oberhalb der Nekropole und können während des gewöhnlichen Petersdombesuchs ohne Scavi-Reservierung besucht werden.
- Das ➤ Grab des Apostels Petrus ist keine dritte unterirdische Ebene, sondern ein konkreter Ort innerhalb dieses archäologischen Bereichs.
- Der häufig verwendete Begriff ➤ „Katakomben“ ist hier ungenau: Die Nekropole war ursprünglich ein oberirdisches römisches Gräberfeld.

Was ist die Vatikanische Nekropole unter dem Petersdom?
Die Vatikanische Nekropole entstand nicht zusammen mit dem Petersdom. Auf dem südlichen Abhang des Vatikanischen Hügels befand sich hier bereits in römischer Zeit ein Gräberfeld mit gemauerten Grabgebäuden, Einzelgräbern und Inschriften.
Heute liegt dieser Bereich ungefähr 3 bis 11 Meter unter dem Fußboden des Mittelschiffs. Bei den Ausgrabungen wurden 22 Grabgebäude freigelegt, die ursprünglich Platz für ungefähr 1.000 Bestattungen geboten haben dürften.
Vertreten waren sowohl Körper- als auch Brandbestattungen. Inschriften überliefern unter anderem Namen aus Familien kaiserlicher Freigelassener.
Die Nekropole ist damit weit mehr als nur der archäologische Hintergrund des Petrusgrabes. Sie bewahrt einen ungewöhnlich gut erhaltenen Ausschnitt römischer Bestattungskultur unter der heutigen Basilika.
Warum liegt ein römisches Gräberfeld unter der Basilika?
Als im 4. Jahrhundert die erste Petersbasilika unter Kaiser Konstantin errichtet wurde, lag das Gräberfeld noch am Hang des Vatikanischen Hügels.
Für den großen Kirchenbau musste das Gelände stark verändert und auf ein weitgehend einheitliches Niveau gebracht werden.
Die oberen Teile mehrerer Grabgebäude wurden abgetragen, andere Bereiche verfüllt. So verschwand ein großer Teil der Nekropole unter dem Baukörper der konstantinischen Basilika. Gleichzeitig schützte diese Überdeckung Mauern und Teile der Grabanlagen über viele Jahrhunderte.

Die großen archäologischen Untersuchungen unter dem Petersdom begannen während des Pontifikats von Pius XII. Dabei wurden die römischen Grabgebäude und jener Bereich erschlossen, der seit der Antike mit der Verehrung des Apostels Petrus verbunden wird.
Mehr zur baulichen Entwicklung erklärt unsere ➤ Übersicht zum Petersdom.
Was bedeutet „Scavi-Tour“ im Vatikan?
Scavi bedeutet auf Italienisch „Ausgrabungen“. Beim Petersdom bezeichnet der Begriff gewöhnlich die besondere Führung durch die Vatikanische Nekropole.
Besucher bewegen sich dort nicht frei durch das Gelände. Jede Gruppe wird von einem spezialisierten Guide begleitet und folgt einem festgelegten Weg durch die empfindliche archäologische Zone.
Was sieht man bei einer Scavi-Tour?
Die Scavi-Führung führt mitten durch Teile des erhaltenen römischen Gräberfeldes.
Der Weg folgt einem Abschnitt der antiken Straße, an deren Seiten dicht nebeneinander gemauerte Grabgebäude stehen:
- Sie sehen dabei nicht nur Mauerreste. In den Mausoleen haben sich Grabkammern, Nischen für Urnen, größere Bestattungsnischen und Inschriften mit den Namen Verstorbener erhalten.
- Hinzu kommen Reste der ursprünglichen Ausstattung: Wandmalereien, Stuckdekorationen und teilweise schwarz-weiße Mosaikböden.
- Zu den bekannten Anlagen des Nekropolenkomplexes gehört beispielsweise das Grab der Julii, dessen Ausstattung christliche Motive mit der Bildsprache der römischen Welt verbindet.
- Auch die Grabgebäude der Valerier zeigen, wie aufwendig einzelne Mausoleen gestaltet sein konnten.

Man sollte die Führung trotzdem nicht wie einen Museumsrundgang mit einer festen Reihe von Exponaten verstehen. Die archäologischen Strukturen befinden sich weitgehend dort, wo sie ausgegraben wurden.
Welche einzelnen Bereiche ausführlicher gezeigt und erklärt werden, kann von der aktuellen Besucherführung abhängen.
Mausoleen, Inschriften und römische Bestattungskultur
Die unterschiedlichen Gräber machen deutlich, dass die Nekropole kein einheitlicher christlicher Friedhof war.
Sie entwickelte sich über einen längeren Zeitraum und wurde von Menschen unterschiedlicher religiöser Traditionen genutzt:
- Inschriften nennen Verstorbene und Familien.
- Größe und Ausstattung der Mausoleen geben zugleich Hinweise auf gesellschaftliche Stellung und religiöse Vorstellungen ihrer Besitzer.
- Neben klassischen römischen Motiven erscheinen in späteren Gräbern auch frühe christliche Bildthemen.
Gerade darin liegt ein wesentlicher Reiz des Rundgangs: Man sieht nicht nur einzelne historische Gräber, sondern einen zusammenhängenden römischen Friedhof, über dem später die erste Petersbasilika entstand.
Sieht man bei der Scavi-Tour das Petrusgrab?
Ja – aber nicht als klar erkennbare Grabkammer oder Sarkophag. Die Scavi-Führung führt bis in den archäologischen Bereich, der seit der Antike mit dem Grab des Apostels Petrus verbunden wird.

Dort sehen Sie den Bereich um den überlieferten Grabplatz mit der Roten Mauer und dem sogenannten Tropaion des Gaius – keinen freistehenden Sarkophag und keine offen sichtbaren Gebeine.
Die Petrus zugeschriebenen Gebeine sind für Besucher nicht sichtbar. Ob sie tatsächlich vom Apostel stammen und wie die übrigen archäologischen Funde zu bewerten sind, lässt sich nicht zweifelsfrei beantworten.
Diese Beweislage behandeln wir ausführlich in unserem Beitrag über die ➤ archäologische Frage nach dem Petrusgrab.
Für wen eignet sich der Besuch der Vatikanischen Nekropole?
Die Scavi-Tour eignet sich besonders für Besucher, die verstehen möchten, was sich unter dem Petersdom erhalten hat und wie römischer Friedhof, frühe Petrusverehrung und Baugeschichte zusammenhängen.
Wenn Sie hauptsächlich Papstgräber sehen möchten, benötigen Sie dagegen keine Scavi-Führung. Dafür sind die höher gelegenen ➤ Vatikanischen Grotten unter dem Petersdom der passendere und wesentlich unkompliziertere Besucherbereich.
Prüfen Sie vor der Anfrage auch, ob Alter und körperliche Voraussetzungen aller Teilnehmer zum Rundgang passen.
Mindestalter, Gruppengröße, Sprache und Dauer
- Kinder unter 10 Jahren dürfen nicht teilnehmen.
- Die Gruppen bestehen aus maximal 12 Personen, die Führung dauert ungefähr eine Stunde.
- Führungen werden in mehreren Sprachen angeboten; Deutsch gehört derzeit dazu.
Die gewünschte Sprache und Uhrzeit sind bei der Anfrage allerdings noch nicht garantiert. Verbindlich sind erst die Angaben in der späteren Bestätigung.
Für Familien ist vor allem die Altersgrenze wichtig: Reist ein Kind unter zehn Jahren mit, kann die Familie nicht gemeinsam an der Scavi-Tour teilnehmen.
Barrierefreiheit, Klima und Klaustrophobie
Der reguläre Besucherweg ist nicht barrierefrei. Es gibt Stufen am Ein- und Ausgang sowie unebene antike Bodenflächen.
Die Luftfeuchtigkeit liegt nach den aktuellen Besucherinformationen bei ungefähr 98 Prozent, zudem herrschen unterirdisch andere Temperaturbedingungen als draußen.
Entscheidend ist weniger die einzelne Prozentzahl als die Kombination aus hoher Feuchtigkeit, unterirdischen Räumen, Stufen und unebenem Boden.
Wenn Sie unsicher sind, ob der Rundgang für Sie geeignet ist, klären Sie dies besser vor der Zahlung mit der Besucherassistenz.
Wie beantragt man einen Besuch der Vatikanischen Nekropole?
Der offizielle Antrag läuft über visite.basilicasanpietro.va, den Buchungsbereich der Fabbrica di San Pietro. Kommerzielle Ticketportale ersetzen diese Anfrage nicht.
Der wichtigste Punkt dabei lautet: Anfrage ist nicht gleich Bestätigung. Datum und Uhrzeit im Formular sind zunächst nur Wünsche. Den tatsächlichen Besuchstermin legt das Visits Office nach Verfügbarkeit fest.

So funktioniert die Anfrage:
- Öffnen Sie das offizielle Formular.
- Wählen Sie die gewünschte Führungssprache.
- Geben Sie Zahl und Namen der Teilnehmer an.
- Tragen Sie Ihren gewünschten Besuchstag und die bevorzugte Zeit ein.
- Geben Sie nach Möglichkeit an, ob Sie bei Datum oder Uhrzeit flexibel sind.
- Senden Sie die Anfrage ab.
- Warten Sie auf die Nachricht mit tatsächlich zugeteiltem Datum, Uhrzeit, Sprache und Buchungsreferenz.
- Anschließend erhalten Sie einen separaten Link für die Zahlung per Kreditkarte.
Das Formular funktioniert also anders als eine normale Ticketbuchung mit sofort garantiertem Zeitfenster. Prüfen Sie die später zugeteilten Daten sorgfältig, bevor Sie bezahlen.
➤ Scavi-Besuch offiziell bei der Fabbrica di San Pietro anfragen
Wie früh sollte man anfragen – und ist ein spontaner Besuch möglich?
Ohne vorherige Reservierung können Sie die Nekropole nicht besuchen. Pro Tag werden nur ungefähr 250 Besucher zugelassen.
Eine allgemeine offizielle Regel wie „mindestens 30“, „60“ oder „90 Tage vorher“ gibt es derzeit nicht.
Praktisch heißt das: Stellen Sie die Anfrage, sobald Ihre Reisedaten feststehen. Je weniger flexibel Sie bei Datum und Uhrzeit sind, desto früher lohnt sich die Anfrage.
- Scavi-Führungen finden montags bis freitags tagsüber und samstags nur am Vormittag statt.
- Sonntags und an vatikanischen Feiertagen bleibt die Nekropole geschlossen.
Für Ihre Planung sind die tatsächlich verfügbaren Termine im Anfrageformular wichtiger als eine pauschale letzte Uhrzeit.
Was kosten die Tickets und wie wird die Reservierung bestätigt?
- Regulär: 20 €
- Ermäßigt, 10–17 Jahre: 14 €
Stand: September 2026. Im Preis ist die Führung durch einen spezialisierten Guide enthalten.
- Die Zahlung erfolgt derzeit ausschließlich per Kreditkarte. Bargeld und Banküberweisung werden für die Nekropolenbuchung nicht akzeptiert.
- Bezahlt wird erst nach der Terminzuweisung.
- Prüfen Sie vorher besonders Datum, Uhrzeit und Sprache, denn diese können von Ihren ursprünglichen Wünschen abweichen.
Was gilt bei Absage oder Terminänderung?
Bereits gekaufte Tickets für die Vatikanische Nekropole sind nicht erstattungsfähig. Die allgemeinen Verkaufsbedingungen schließen grundsätzlich auch nachträgliche Änderungen von Datum und Uhrzeit aus.
Ein spezieller FAQ-Bereich für die Nekropole nennt dennoch visiteguidate@fsp.va als Kontakt für Änderungsanfragen. Solche Wünsche werden nach Verfügbarkeit geprüft. Verlassen Sie sich deshalb nicht darauf, dass ein bestätigter Termin nachträglich geändert werden kann.
Praktisch sollten Sie nur einen Termin bezahlen, den Sie voraussichtlich auch wahrnehmen können.
Wird eine Reservierung dagegen vom Betreiber wegen eines außergewöhnlichen Ereignisses storniert, sehen die aktuellen Erstattungsregeln eine vollständige Rückzahlung vor.
Wie läuft der Besuch am Tag der Führung ab?
Treffpunkt ist nicht der gewöhnliche Besuchereingang des Petersdoms, sondern das Ufficio Scavi / Excavations Office auf der Seite der Via Paolo VI.
Prüfen Sie vor dem Weg dorthin noch einmal Uhrzeit und Hinweise aus Ihrer Bestätigung und kommen Sie mindestens 10 Minuten früher. Bei Verspätung kann die Führung verloren gehen.
Am Besuchstag wichtig – kurzer Check
- bestätigte Uhrzeit und Treffpunkt prüfen
- mindestens zehn Minuten früher am Ufficio Scavi sein
- nur kleines Gepäck mitnehmen
- Schultern und Knie bedecken
- Foto- und Videoverbot beachten
Wo befindet sich der Eingang?
Das Excavations Office erreichen Sie über die Via Paolo VI an der linken Kolonnade, beim Zugang in Richtung Aula Paolo VI beziehungsweise General Audience Hall.

Öffnen Sie am besten schon vorher die Karte oder Wegbeschreibung aus Ihrer Bestätigung. Wenn Sie den Zugang trotzdem nicht finden, fragen Sie einfach einen Mitarbeiter vor Ort.

Welche Kleidung und Gegenstände sind erlaubt?
- Schultern und Beine mindestens bis zu den Knien müssen bedeckt sein. Die Regel gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.
- Nehmen Sie möglichst nur eine kleine Tasche mit. Große Taschen und Rucksäcke sind nicht zugelassen, und im Petersdom steht derzeit kein Garderobenservice zur Verfügung.
- Fotografieren und Filmen sind in der Nekropole nicht erlaubt. Wenn Ihnen eigene Aufnahmen der selten zugänglichen Innenräume wichtig sind, sollten Sie das schon vor der Buchung berücksichtigen.
- Essen und Getränke dürfen nicht mitgenommen werden; im Sommer ist eine kleine Flasche Wasser erlaubt.

